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Yams Festival und Schulbeginn

Autor: Rebekka | Datum: 14 Oktober 2016, 00:30 | 0 Kommentare

Yams Festival

Das Yams Festival in Ho hat mit einer Parade an einem Freitag mit einer Parade begonnen, von der ich in meinem vorherigen Eintrag schon berichtet hatte. Am Samstag, den 17.9. (also auch schon etwas her), fand dann der Festakt im Jubilee Park statt. Dort war eine große Bühne aufgebaut und auf dem großen Platz um die Bühne herum viele Zelte, die mit den verschiedenen Stadtteilen von Ho oder anderen Städten/ Dörfern aus der Ewe-Region beschriftet waren. Am Eingang waren außerdem Stände aufgebaut, von z.B. Handyanbietern, Banken oder man konnte sich auch auf HIV testen lassen. So um 10 begann der Einzug der Chiefs und Queenmothers. Diese wurden jeweils von Linguisten, Mädchen die Körbe mit Stoffen getragen haben (mittlerweile weiß ich, dass die Stoffe zu Ehren der Vorfahren drin sind, da es sich jeweils um das Lieblingsgewand der vorherigen Chiefs und Queenmothers handelt) und Wächtern begleitet. Außerdem gab es auch einige Blaskapellen dazwischen und am Rand standen viele Leute, die das ganze beobachtet haben, bzw. die Chiefs und Queenmothers willkommen geheißen haben. Der Ewe-Chief wurde sogar von vier Polizisten bewacht. Nachdem alle an ihren Zelten angekommen waren, wurde auf dem Platz symbolisch Yam gekocht und es gab auch einen Wettbewerb, um die größte Yam-Wurzel. Außerdem wurden einige Reden gehalten, die wir aber ehrlich gesagt nicht verfolgt haben, weil ein Großteil auf Ewe war, wir es also nicht verstanden haben. Joel hat uns dann noch ein typisch ghanaisches Getränk gekauft. Ich weiß zwar nicht mehr wie das hieß, aber es war rötlich, wurde aus der getrockneten Schale einer Frucht getrunken und war bei dem Wetter eine willkommene Erfrischung.

Anschließend haben wir uns noch eine Tanzgruppe angesehen und sind dann so um 3 nach Hause gelaufen, weil es dann doch nicht mehr so spannend war und wir auch schon ziemlich lange in der Sonne standen.

 

Schulbeginn

Am Montag, den 20.9, war ich dann das erste mal in der Schule. Ich bin auf der Mawuli Primary School im Block B. Die Schule ist hier anders strukturiert als in Deutschland und zwar in Block A,B und C. Da gibt es dann jeweils eine Nursery school, Kindergarten 1 und 2, Basic school 1-6 und Junior High school 1-3. Ich bin in Block B und die Schulleiterin des Blocks hat mich dann der Klasse 2b zugeteilt. In der Klasse befinden sich 40 Kinder und ihre Lehrerin Sister Patience. In der ersten Schulwoche wurde jedoch noch nicht richtig unterrichtet, sondern die Bücher und Hefte der Kinder wurden beschriftet, wenn sie die nicht eh noch erst kaufen mussten. Ich hatte deshalb herzlich wenig zu tun, außer das ich zwischendurch mit den Kindern gesungen habe. Es war zwar ziemlich schwierig, die Kinder dazu bewegen mir zuzuhören, aber insgesamt schien das singen ihnen auch Spaß gemacht zu haben. Nachmittags sind wir dann zum Straßenkinderprojekt Nenyo Haborbor gefahren. Dort sollte Lennard mit den Älteren im Garten arbeiten und nachher mit ihnen Fußball spielen und ich habe mit den Jüngeren gepuzzelt und Seilchen gesprungen. Währenddessen hat Mama Olivia (sie ist die Leiterin) für alle gekocht und es wurde am Anfang auch gemeinsam gebetet.

Am Dienstag war ich dann schon wieder nicht in der Schule, weil wir wegen dem Visum nach Accra (das ist die Hauptstadt von Ghana) mussten. Also haben wir uns um 5:40 auf den Weg in Richtung Zentrum gemacht, um ein Trotro nach Accra zu nehen. Auf dem Weg wollten wir noch eben bei der Bank anhalten, um das Geld für das Visum abzuholen. Das hatten wir uns allerdings auch leichter vorgestellt, als es dann war, da Lennards Kreditkarte ein paar Tage vorher entweder verloren gegangen ist oder geklaut wurde und meine Karte ein Limit hatte, von dem ich nicht wusste. Dementsprechend hatte ich vorher kein Geld auf die Karte überwiesen, was dann meine Eltern glücklicherweise übernommen haben, während wir auf der circa 3,5 Stündigen Fahrt waren. Als wir in Accra angekommen waren, hat dort schon jemand auf uns gewartet, der mit uns zum passenden Büro gegangen ist und mich auch nochmal zu einer Bank gefahren hat. Das Büro war relativ klein, dafür aber meiner Meinung nach etwas zu gut klimatisiert. Nachdem wir bezahlt hatten und unsere Fingerabdrücke abgegeben hatten ( die Papiere hatten wir schon in Ho ausgefüllt und sie wurden dann dorthin geschickt) haben wir dann eine non citizen identity card bekommen, die für ein jahr gültig ist. Auf dem Rückweg gab es leider einen ziemlich langen Stau, weil es einen Unfall mit einem großen LKW gegebnén hatte. Deshalb waren wir echt froh, als wir nach guten 5 Stunden in Ho wieder aussteigen konnten, da die Beinfreiheit nicht unbedingt überragend war.

Am Mittwoch war dann wieder ein Feiertag, ich meine der Founders day. Den haben wir dann genutzt um mal wieder etwas länger zu schlafen und zu putzen. Der nächste Feiertag ist aber leider erst wieder im Dezember. :)

Donnerstags hatte Lennard dann Fieber, weshalb wir zum Krankenhaus gefahren sind, um einen Malariatest zu machen, es war aber kein Malaria.

Folglich war ich erst Freitag wieder in der Schule. Da hat die Lehrerin dann auch schon etwas unterrichtet und den Kindern Hausaufgaben gegeben. Diese sollten sie abschreiben, nachdem die Lehrerin um 11 gegangen ist, weil sie noch einen Termin hatte. Währenddessen sollte ich dann die Klasse beaufsichtigen. Das stellte sich jedoch auch als etwas schwierig heraus, weil die Kinder viele Ideen hatten, was sie stattdessen lieber machen würden und fast ein Drittel auch das passende Heft noch nicht besorgt hatte, sondern es am Montag mitbringen wollten. Um 1 konnte ich dann nach Hause gehen. Die Schule endet zwar eigentlich erst um 14.30 Uhr, aber die Kinder spielen Freitags in der restlichen Zeit und da ich ziemlich erschöpft war, konnte ich dann gehen.

Am nächsten Montag habe ich dann auch den Morgenappell mitbekommen. Bevor der Unterricht beginnt, müssen sich alle Kinder vor dem Gebäude nach Klassen sortiert aufstellen. Dann wird Gebetet, Gesungen, unter anderem auch die Nationalhymne, oder es werden Ankündigungen gemacht. Das variiert aber in Länge und Ausführung. Dann hat auch der richtige Unterricht begonnen. Ich habe dabei erst einmal nur zugesehen oder die Aufgaben der Kinder kontrolliert und versucht, denen die besonders große Probleme hatten nachzuhelfen. Montag bis Mittwoch haben die Kinder außerdem bis 15:30 Unterricht, aber ich kann schon um 14:30 gehen, weil sie dann sowas, wie eine Klassenstunde haben.

Mittwochs waren wir dann auch beim Straßenkinderprojekt „Nenyo Haborbor“. Das liegt etwas außerhalb und dient als Treffpunkt für Kinder, bzw. Jugendliche von 3-21 Jahren. Es gibt einen Schlafsaal, einen Gemüsegarten, einen großen Aufenthaltsraum und das Büro von Mama Olivia (sie leitet das Projekt). Im Moment wird außerdem noch eine Wohnung für einen weiteren Betreuer gebaut. Als wir da waren, habe ich mit den Jüngeren gepuzzelt und Seilchen gesprungen und Lennard hat mit den älteren im Garten gearbeitet und anschließend Fußball gespielt. In der Zwischenzeit hat Mama Olivia dann gekocht. Vor Beginn wird außerdem gemeinsam gebetet und bei Bedarf wird bei den Hausaufgaben geholfen. Leider waren wir seitdem nicht mehr dort, da es Olivia nicht so gut ging und wir die Kinder erst besser kennenlernen müssen, um alleine klar zu kommen.

In der Schule sollte ich zwischendurch dann auch mal Mathe oder Englisch unterrichten. Wenn keine andere Lehrerin im Raum ist, stellt sich das jedoch als ziemlich schwierig heraus, da den Kinder viel zu viele Dinge einfallen, die sie lieber tun, als mir zuzuhören. Dann bilden sich Grüppchen, die spiele spielen oder Süßes verteilen oder die Kinder schreien einfach herum, was echt schwer zu übertönen ist. Das summiert sich dann ziemlich schnell, bis eine andere Lehrerin aus dem Nachbarraum kommt und sich über die Lautstärke beschwert.

Statt dem normalen Unterricht zuzuhören, habe ich am folgenden Montag dann mit dem Leseprojekt begonnen. Dazu habe ich die Lehrerinnen aus den Klassen 2,3 und 4 gebeten, mir eine Liste zu schreiben, welche Kinder Schwierigkeiten mit dem Lesen haben. Im Haus hatte ich vorher auch schon einiges an Materialien von den vorherigen Freiwilligen gefunden. Die Kinder habe ich dann nach den Listen in 3er- oder 4er-Gruppen eingeteilt, damit ich besser auf ihre Probleme eingehen kann. Außerdem ist es dann auch wesentlich einfacher sie dazu zu bewegen, sich zu konzentrieren. Das Lesevermögen der Kinder variiert jedoch sehr stark. Zum Beispiel gibt es in der 2. Klasse ein paar Kinder, die schon annähernd flüssig lesen, aber auch in der 3.Klasse noch manche, die nur einfache Wörter lesen können oder in der 2.Klasse sind auch ein paar Schüler, die noch Probleme damit haben, die Buchstaben zu erkennen. Deshalb habe ich mir in den nächsten Tagen versucht zu allen Schülern Notizen zu machen, damit ich sie in Gruppen einteilen kann, die auf einem ähnlichen Niveau sind, weil manche ansonsten sehr schnell abgelenkt waren, wenn es zu einfach für sie war.

Außerdem habe ich auch versucht mir einen Stundenplan zu machen, dessen Umsetzung hat aber noch nicht so ganz funktioniert, weil irgendwie immer etwas dazwischen kam, weil z.B. grade etwas wichtigeres im Unterricht war oder Sachen länger gedauert haben, als ich dachte.

Letzten Dienstag habe ich zusätzlich angefangen, die Mobile Bücherei fortzusetzen. Da können die Kinder in der Pause Bücher oder Spielsachen ausleihen, bzw die Älteren können auch Bücher mit nach Hause nehmen. Damit auch alles wieder zurück kommt, wird notiert, wer was ausgeliehen hat. Allerdings hatte ich mir das auch einfacher vorgestellt, bzw. vorher gar nicht darüber nach gedacht, dass es nicht genug Spielsachen für alle Kinder gibt, zumindest falls jeder etwas eigenes haben möchte. Dementsprechend habe ich mich als es Pause war in der Schule mit den Kisten hingesetzt. Dann kamen jede Menge Schüler auf mich zugestürmt, weil sie die Kisten vorher schon gesehen hatten, und drängelten total, um noch was abzubekommen. Ich fühlte mich etwas hilflos, weil es echt schwierig war, die Sachen dann halbwegs gerecht zu verteilen und dabei noch zu notieren, wem man was gegeben hat. Als alle Spielsachen weg waren, haben ein paar Kinder dann noch ein Buch ausgeliehen und der Rest hat sich verteilt, da man mit einem Ball z.B. ja auch mit mehreren Spielen kann. Insgesamt hat das ganze aber recht gut funktioniert, weil zumindest alles nach der Pause wieder zurückgerbacht wurde, bis auf ein paar Murmeln, die eine Lehrerin einkassiert hatte, aber das hat sich auch recht schnell geklärt.

Mittwochs war dann ein Workshop für die Lehrer, wenn ich das richtig verstanden hab. Deshalb konnten die Schüler bis einschließlich der dritten Klasse zu Hause bleiben und ich hatte auch frei. Donnerstags hatte dann die upper primary frei, wodurch es deutlich ruhiger in der Schule war, was ja auch logisch ist, wenn nur die Hälfte an Schülern da ist.

Ich denke mal im Laufe der Zeit werde ich mich noch besser in die Abläufe in der Schule einleben und dann auch meinen Stundenplan durchziehen können.

 

Bis dahin

Rebekka

 

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