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Lang Lang ist`s her

Autor: Rebekka | Datum: 27 November 2016, 18:13 | 0 Kommentare

Nach etwas längerer Zeit als ich eigentlich geplant hatte, gibt es hier wieder ein neues Update von mir.

 

Hogbetsotso

Am ersten Novemberwochenende sind wir, Lennard, Joel (ein Freund von uns) und ich, nach Keta gefahren. Der Grund für unsere Reise war das Hogbetsotso Festival, das an dem Wochenende seinen Höhepunkt haben sollte. Das Festival wird zum Gedenken der Geschichte der Ewe gehalten. Es geht darum, dass das Ewe-Volk von dem König Agokoli in Notse (das liegt heute in Togo) beherrscht wird, der sehr boshaft ist. Deshalb fliehen die Leute unter anderem nach Anloga, was ein Ort nahe Keta ist. Auf ihrer Flucht laufen sie rückwärts, damit es aussieht, als ob Leute auf die Stadt zulaufen.

Am Freitag haben wir uns also nach der Schule auf den Weg gemacht. Da Joel ein schnelles Auto haben wollte, sind wir mit einem shared Taxi statt einem Trotro gefahren und sind dann Abends in Woe angekommen. Woe ist ein ziemlich kleiner Ort zwischen Keta und Anloga, in dem Verwandte von Joel wohnen, die er am Wochenende auch fleißig besucht hat. Wir haben außerdem eine echt günstige und trotzdem schöne Unterkunft gefunden für 15 cedi pro Nacht und Person, nur die Toilette war etwas gewöhnungsbedürftig. Nachdem wir was gegessen hatten sind wir dann nach Keta gefahren, wo auf einer gesperrten Straße eine große Bühne aufgebaut war, wo erst ein DJ aufgelegt hat und danach noch ein paar Acts waren.

Am nächsten Morgen sind wir dann mit Joel zum Strand gelaufen (die Orte liegen alle auf einer Landzunge, auf der einen Seite ist der Atlantik und auf der anderen eine große Lagune). Am Strand sind wir dann ein bisschen durchs Wasser gewartet, haben ein paar Fotos gemacht und uns einen Sonnenbrand eingefangen. Außerdem war der Sand so heiß ( wir waren natürlich auch in der Mittagssonne da), dass wir uns beim Rückweg über den Sand die Fußsohlen verbrannt haben. Da es auch einen Leuchtturm gab, haben wir nachgefragt, ob wir hoch dürfen und von oben die Aussicht genossen.

So um ein Uhr sind wir dann zum Festival gefahren. Leider haben wir aber den Teil, den wir eigentlich unbedingt sehen wollten verpasst, weil wir nicht wussten, dass er morgens stattfindet. Es sollte nämlich einiges an Magie zu beobachten geben, wie z.B. das sich jemand ein Auge raus nimmt und es wieder einsetzt oder ein Baum innerhalb von 20 Minuten wächst. Als wir da waren wurde dann leider nur noch getanzt und ein paar Reden gehalten, die logischerweise auf Ewe gehalten wurden, wodurch wir so gut wie nichts verstanden haben. Abends ging es dann wieder nach Keta, wo wir am Strand den Sternenhimmel bestaunt haben.

Sonntags sind wir dann morgens wieder zum Strand ein bisschen schwimmen gegangen und danach zurück nach Ho gefahren.

 

Adaklu Mountain

Am 12. November wollten wir dann einen gemütlichen Ausflug zum Adaklu Mountain machen. Der Berg ist ca. 500 Meter hoch und an der einen Seite ziemlich steil, von der anderen geht es dann recht flach hoch. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir an der steilen Seite hoch gehen würden, wodurch es bei ca. 35 Grad sehr schweißtreibend war. Zuerst läuft man zu einem Dorf auf ca. 100 Metern und von dort aus geht es dann mit einem Guide weiter. Zwischendurch musste man mit einem Seil an Steinwänden hochklettern und auch sonst war der Weg deutlich anstrengender als wir vermutet hatten. Oben angekommen war die Aussicht zwar schön, aber es war leider etwas diesig, wodurch man nicht so weit schauen konnte. Meiner Meinung nach hat sich aber allein der Weg hoch schon gelohnt. Nachdem wir wieder runter gelaufen/ geklettert sind, haben wir dann noch Fufu gegessen um uns wieder zu stärken und sind dann zurück nach Ho gefahren.

 

Weiteres Festival

Am folgenden Freitag ging es für uns mit dem Presbyter Executive nach Ve-Deme, seinen Heimatort zu einem weiteren Festival. Bei der Gelegenheit haben wir dann auch erstmals die Kleider getragen, die wir hier haben schneidern lassen.

Bei dem Festival, dessen Name ich leider nicht kenne. ging es ebenfalls um die Geschichte der Ewe, aber eher um einen anderen Teil. Da der König um das ganze Volk eine Mauer errichtet hatte, die aus Lehm gebaut war, haben die Bewohner nach dem Waschen oder Spülen das Wasser immer gegen einen Teil der Mauer geschüttet, sodass die Mauer weich wurde und man etwas abkratzen konnte. Dadurch wurde die Mauer immer dünner und konnte irgendwann durchbrochen werden.

Auf dem Gelände war deshalb auch eine Mauer errichtet, die jedoch aus Stein war mit einem Bogen, in dem eine Lehmmauer war. Zunächst wurde dann in verschiedenen Gruppen z.B. getanzt oder gekocht, wodurch die verschiedenen Gesellschaftsgruppen innerhalb des Königreichs symbolisiert werden sollten. Einige traditionell gekleidete Leute hatten auch weiße Symbole auf ihren Armen und Beinen, die ich meine aus Magnesium waren und ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe zeigen. Der Höhepunkt war dann, dass einen traditionelle Priesterin die Mauer mit Wasser oder ähnlichem bespritzt hat und diese dann niedergestoßen wurde. Im Anschluss sind dann die meisten Leute rückwärts durch die Öffnung durchgelaufen und danach endete daa Festival.

 

Ordination

Am Sonntag den 21.11. wurden in der Kirche hier dann 23 Pastoren ordiniert, unter anderem auch unser Mentor Godwin. In der Kirche waren deshalb hinten extra noch Stühle aufgestellt, weil es echt voll war. Es waren neben dem Moderator und Clerk der E.P.Church Ghana auch die aus Togo und der ehemalige Moderator da. Eine Ordination gibt es übrigens einmal jährlich. Da ich bei der Brass Band mitgespielt habe, hatte ich das Glück ganz vorne zu sitzen und fast alles sehen und hören zu können, bei Lennard, der mit unserm Mitbewohner fast ganz hinten saß, sah das nämlich eher gegenteilig aus. Inhaltlich hatte ich zwar auch Verständnisprobleme, weil viel auf Ewe war, aber wenn ich nachgefragt habe, hat mir jemand erklärt was gerade so gesagt wird. Nachdem alle Pastoren vorgestellt wurden, wobei auch ihre Frauen/Männer aufgerufen wurden, mussten sie einzeln auf einer Bank niederknien und vor dem Moderator ihr Gelübde ablegen. Insgesamt hat der Gottesdienst dann 5,5 Stunden gedauert, wodurch uns die Einladung von Godwin zum Refreshment sehr gelegen kam. Dort wurden dann noch ein paar kurze Reden gehalten, was gegessen und Fotos gemacht.

 

Ghanaische Hochzeit

An diesem Wochenende ging es Freitag dann nach der Schule mit dem Trotro nach Tema, einem Vorort von Accra, weil der Bruder unseres Mitbewohners dort heiratete. Freitag Morgens wurde schon traditionell geheiratet, was wir deshalb leider nicht sehen konnten. Samstag morgens hat dann um kurz nach Elf der Gottesdienst begonnen, wobei wir allerdings etwas zu spät kamen, weil der Fahrer, der uns abholen sollte, sich verspätet hatte. Das war aber auch kein Problem, da wir eigentlich nicht viel verpasst haben. Da der Bräutigam auch Pastor ist, waren auch viele Pastoren da und der Clerk der E.P. Church hat die Predigt gehalten. Ansonsten würde ich sagen, dass die Zeremonie so ablief, wie es in Deutschland auch üblich ist. Anschließen waren neben der Kirche Pavillions aufgebaut mit Tischen und Stühlen, wo eigentlich jeder hingehen konnte. Nach ein paar Reden gab es für alle verschiedene Reisgerichte oder Banku und jeder bekam ein Stück der Hochzeitstorte. Zwischendurch wurde auch ein bisschen getanzt und Sektflaschen knallen gelassen und ca. um 4 Uhr endete die Hochzeit dann und wir sind zurück nach Ho gefahren.

Im Nachhinein haben wir dann auch erfahren, dass man auf einer Hochzeit üblicherweise weiß (mit einer beliebigen anderen Farbe kombiniert) trägt, als Zeichen der Reinheit, wissen wir dann für die nächste Hochzeit Bescheid, wobei auch einige andere Leute nicht weiß und blau trugen.

 

Schule

In der Schule geht es jetzt so langsam auf das Ende des Schuldrittels zu. In einer Woche beginnt die Examination week, in der die Schüler in allen Fächern Klausuren schreiben und danach gibt es eine Vacation week, die meine ich nur noch eine halbe Woche ist, in der nicht mehr unterrichtet wird, sondern die Klausuren korrigiert und die Noten festgelegt werden, wenn ich das richtig verstanden habe. Außerdem gibt es noch einen Weihnachtsgottesdienst aller E.P.Schulen, in dem die Klasse 4B von meiner Schule das Lied „12 Days of Christmas“ vorführt und danach sind dann die Weihnachtsferien.

Ich bin ansonsten im Moment hauptsächlich nur im Unterricht und korrigiere die Aufgaben der Kinder oder helfe denen, die nicht so gut klar kommen. Bei der mobilen Bücherei verleihe ich mittlerweile innerhalb der Woche nur noch Bücher, damit die Spielsachen den Büchern nicht die Show stehlen. Am Freitag haben die Kinder dann von 1 bis halb 2 Zeit zum Spielen, wo sie dann auch die Spielsachen bekommen. Das Verteilen der Spielsachen ist immer noch ein bisschen anstrengend, aber mit den Büchern klappt es ziemlich gut, weil die Kinder sich gegenseitig auch ermahnen, die Sachen zurückzubringen und ich den Großteil jetzt auch kenne.

Außerdem werden in der Schule jetzt auch schon fleißig Weihnachtslieder gesungen, wovon ich mir gerade auch eins auf Ewe von den Kindern beibringen lasse. Einen Adventskranz habe ich heute morgen auch schon gebastelt, aber so richtige Advents- bzw Weihnachtsstimmung kommt bei 30-40 Grad trotzdem noch nicht auf.

 

So ich glaube das wars jetzt erstmal wieder :)

Miagadogo

Rebekka

 

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